Sprache wählen

Das lidA-Denkmodell zu Arbeit, Alter und Erwerbsteilhabe

 

Das lidA-Denkmodell zu Arbeit, Alter und Erwerbsteilhabe stellt Determinanten der Erwerbsteilhabe Älterer in elf Domänen zusammen und zeigt wichtige Interdependenzen zwischen diesen auf.  Die Grundannahme des Denkmodells ist, dass Einflüsse aus diesen elf Domänen dazu beitragen, wie lange und in welchem Umfang eine Person im Erwerbsleben verbleibt. Jede Domäne fasst eine Reihe entsprechender Einflussfaktoren zusammen.

Dadurch verdeutlicht das Denkmodell vier zentrale Charakteristika der Erwerbsteilhabe im höheren Erwerbsalter: Komplexität, Prozesshaftigkeit, Individualität und Strukturabhängigkeit.

 

Die Komplexität der Erwerbsteilhabe im höheren Erwerbsalter wird durch die Vielfalt der Domänen und ihre mit Pfeilen angedeuteten Wirkungszusammenhänge deutlich. Auch ist der Erwerbsausstieg in der Regel kein plötzliches Ereignis, weshalb Erwerbsteilhabe als Prozess verstanden werden muss. Die Prozesshaftigkeit wird deutlich, wenn beispielsweise der schrittweise Ausstieg, der Prozess der Entscheidungsfindung und auch die Lebenslaufperspektive Beachtung finden. Ebenfalls ist die Erwerbsteilhabe stark durch Faktoren aus dem persönlichen Bereich geprägt (Individualität). Diese Mikro-Ebenen-Sicht spiegelt sich in verschiedenen Domänen des Denkmodells wider, zum Beispiel in Gesundheit, Motivation, privates Umfeld, sozialer Status und Finanzen. Weiter beachtet das Denkmodell die Strukturabhängigkeit der Erwerbsteilhabe, denn diese wird ebenfalls durch institutionelle Rahmenbedingungen sowie dem Wandel der Gesellschaft und des Arbeitsmarktes beeinflusst.

 

 

Unter Erwerbsteilhabe verstehen wir im Denkmodell Ausmaß, Dauer und Qualität von Erwerbstätigkeit in jener Lebensphase, in der sowohl Erwerbstätigkeit als auch deren Beendigung realistische Alternativen sind. Das Ziel des lidA-Denkmodells ist es, die Erwerbsteilhabe älterer Beschäftigter genauer zu verstehen und dabei zur interdisziplinären Bearbeitung der Thematik anzuregen (mehr siehe Hasselhorn, Ebener & Müller 2015).